Soziale Stadt

Das Programm „Soziale Stadt“ stellte Städtebaufinanzhilfen für Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf zur Verfügung. Es wurde 1999 als Gemeinschaftsinitiative des Bundes und der Länder ins Leben gerufen und ermöglichte mit einer engen Verknüpfung von baulichen und sozialen Maßnahmen städtebauliche Investitionen in das Wohnumfeld, in Infrastrukturausstattung und in die Qualität des Wohnens. Die Förderung lebendiger Nachbarschaften, Stärkung des sozialen Zusammenhalts und die Verbesserung von Generationengerechtigkeit und Familienfreundlichkeit im Quartier waren wesentliche Bausteine.

Gefördert wurden Investitionen in Stadtteilzentren, Bürgerzentren, öffentliche Plätze und Freiräume sowie begleitende Maßnahmen wie Quartiersmanagements und Stadtteilbüros, die zwischen Bewohnern und Akteuren vermitteln und damit Schlüsselfunktionen der Bürgerbeteiligung übernehmen.

Zwischen 1993 und 2019 wurden insgesamt 43,8 Millionen Euro, davon 28,6 Millionen Euro Fördermittel aus verschiedenen Bund-Länder-Programmen in die Aufwertung von Jena-Lobeda investiert. Eine Broschüre des Jenaer Fachdienstes Stadtentwicklung und des Stadtteilbüros dokumentiert eindrucksvoll die Vielfalt der Maßnahmen. Sie ist im Stadtteilbüro erhältlich und kann auf der Internetseite der Stadtverwaltung Jena heruntergeladen werden.

Im Rahmen der Weiterentwicklung der Städtebauförderung wird seit 2020 das Programm „Soziale Stadt“ mit dem neuen Programm "Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten" fortentwickelt. Die Programmziele bestehen weiterhin darin, die Wohn- und Lebensqualität sowie die Nutzungsvielfalt in den Quartieren zu erhöhen, die Integration aller Bevölkerungsgruppen zu unterstützen und den Zusammenhalt in der Nachbarschaft zu stärken.

Ausgewählte Maßnahmen im Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" seit 1999

2020-2021 | Neubau Jugendzentrum Treffpunkt

Mit dem Neubau eines Jugendzentrums im Zentrum von Lobeda-West schafft die Stadt Jena Voraussetzungen für eine attraktive und moderne offene Jugendarbeit. Das Gebäude mit einer modernen Formensprache bietet neben dem großen multifunktionalen Saal vielfältige Werkstatträume, Küche, Büros und einem Übergang in die bereits gestalteten Freianlagen.

Kosten: 3.773.00 € (geplant)

2019 | 72 Hour Urban Action - Internationales Architekturfestival

JenaKultur hat nach zweijähriger Vorbereitung mit 72 Hour Urban Action Lobeda das Kuratorenteam Gilly Kajevski und Kerem Halbrecht nach Lobeda-West geholt. Vom 2. bis 5. Mai 2019 entwickeln und erarbeiten 120 Teilnehmer aus 21 Nationen in 72 Stunden kreative Ideen zur Gestaltung ausgewählter Standorte. Zum Festival kamen auch hunderte Besucher nach Lobeda, ein umfangreiches Rahmenprogramm wurde vor allem durch Lobedaer Vereine und Akteure gestaltet.

Kosten: 279.329 €

2018 | Denkmalgerechte Gestaltung des DRackendorfer Parks

Seit 2018 wird der historische Drackendorfer Park denkmalgerecht wieder hergestellt. Neben der landschaftsgärtnerischen Gestaltung und Wiederherstellung des Parkes - es entstehen Sichtachsen wieder, Büsche und Bäume werden neu gepflanzt, nachdem Wildwuchs gefällt wurde - bekommt der Teepavillion einen Anbau, der die Bedingungen für Veranstaltungen des Heimatvereines verbessert. Die Fertigstellung ist für 2021 geplant.

Kosten: inkl. Planung: 1.530.465 €

2017 | Freiraumgestaltung Stadtrodaer Straße

Parallel zur Stadtrodaer Straße werden Wege neu geordnet, Plätze zum Aufenthalt geschaffen, Bänke und Kunstwerke wie die "Sich balgenden Boxer" neu aufgestellt sowie ein Spielplatz erneuert. Fußgänger und Radfahrer können sich nun gefahrloser begegnen. Beleuchtung sorgt in den Abend- und Morgenstunden für Sicherheit.

Kosten: inkl. Planung: 570.000 €

2016 | Stadtteileingang Lobeda-West

Mit der Erneuerung der Wegebeziehung nach Lobeda-West entlang des Radweges ist ein übersichtlicher Stadtteileingang für Radfahrer und Fußgänger entstanden, der an die bereits vor Jahren umgestaltete Saaleaue anschließt. Die Theobald-Renner-Straße führt als erste Fahrradstraße in Jena Richtung Saale. Der Bitumenbelag ist von einer Betonborte eingefasst, links stehen neu gepflanzte große Ahornbäume. Viel Unterbau war nötig, um die holperige Piste in den jetzigen Zustand zu verwandeln. Beim Bau fanden sich am alten Heizhaus Altlasten, die beseitigt werden mussten – eine kostspielige Angelegenheit. Dazu kam die  Verrohrung eines Regenwassersammlers und desBaches, der weiter unten in die Saale mündet. Dort ist ein kleiner Platz mit Bänken und schöner Bepflanzung entstanden.
Kosten: inkl. Planung:ca. 500.000 €

2010 | Freiraumgestaltung Allendeplatz

Die im Mai fertiggestellten Flächen am Allendeplatz schaffen einen neuen Mittelpunkt in Lobedaer Mitte und verknüpft durch Fortsetzung des grünen Bandes vom Rodatal über den Autobahntunnel in Richtung Drackendorf. Der Neptunbrunnen am Marktplatz wird restauriert, viele Bänke sorgen für Sitzgelegenheiten und ein Spielplatz rundet die Freiraumgestaltung ab.
Kosten inkl. Planung: 800.000 €

2005 | Sanierung & Freiraumgestaltung Ernst-Abbe-Bücherei/Musik-und Kunstschule

Die Außenstelle der Ernst-Abbe-Bibliothek sowie der Musik- und Kunstschule hatte vor der Umgestaltung gravierende Mängel und entsprach kaum noch den Anforderungen. Mit der Sanierung konnten die Räumlichkeiten erweitert werden, ein barrierefreier Zugang entstand und die Freiraum mit Spielplatz wurde neu konzipiert. Die Maßnahme war auch eine wichtiges politische Signal für den Erhalt der beiden Einrichtungen.

Kosten inkl. Planung: 1.361.610 €

2003 | Schulhofgestaltung Ernst-Haeckel-Gymnasium und 2. Förderzentrum

In Ergänzung der bereits erfolgten und bei den Bewohnern sehr positiv aufgenommenen Schulhofumgestaltung an der 8. Grund- und Regelschule war es dringend notwendig, auch den Schulhof des anschließenden Förderzentrums und Gymnasiums umzugestalten und für das Wohngebiet zu öffnen. Mit dem Bau wurde im Frühjahr 2003 begonnen. Bis Ende des Jahres wurde er abgeschlossen.

Kosten inkl. Planung: 1.337.250 €

2002 | Fußweggestaltung Karl-Marx-Allee

Mit der Neugestaltung des Geh- und Radweges wurde dem Bedürfnis nach Freizeit und Sport Rechnung getragen. Die mit der EXPO 200 begonnene Umgestaltung des Freiraums in Lobeda-West wurde damit fortgesetzt. Der Weg verbindet die Schulen und Sportstätten miteinander.

Kosten: 691.870 €

2000 | Skatepark Lobeda-West

Neben den üblichen Angeboten im Sport- und Spielbereich wurde von Jugendlichen der Wunsch nach einer Anlage für Skateboardfahrer, Inlineskater und „free-style“- Fahrräder geäußert. Eine umfangreiche Nutzer- und Bewohnerbeteiligung sollte die Akzeptanz der Anlage sichern. Bei der Auswahl der Skateelemente arbeiteten die Kinder und Jugendlichen intensiv mit. Der Bau wurde 2000 realisiert.

Kosten: 282.380 €

1999 | Freiraumgestaltung Saaleaue (1. Bauabschnitt)

Die Umgestaltung der Saaleaue ist Teil des EXPO 2000 Projektes "Von der Plattenbausiedlung zum grünen Universitätsstadtteil". Die Flußlandschaft wird nach mehrjährigen Umbau- und Pflanzarbeiten für die Lobedaer Bewohner erlebbar und entsteht ein attraktiver Freiraum.

Kosten: 2.839.644 € (Bund-Länder-Programm SWN)