Soziale Stadt

Das Programm „Sozialer Zusammenhalt - Zusammenleben im Quartier" stellt Städtebaufinanzhilfen für Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf zur Verfügung. Das als Gemeinschaftsinitiative des Bundes und der Länder 1999 ins Leben gerufene Vorgängerprogramm ermöglichte eine Verknüpfung von baulichen und sozialen Maßnahmen, in Infrastrukturausstattung sowie die Förderung lebendiger Nachbarschaften und Stärkung des sozialen Zusammenhalts.

Gefördert werden Investitionen in Stadtteilzentren, Bürgerzentren, öffentliche Plätze und Freiräume sowie begleitende Maßnahmen wie Quartiersmanagements und Stadtteilbüros, die zwischen Bewohnern und Akteuren vermitteln und damit Schlüsselfunktionen der Bürgerbeteiligung übernehmen.

Zwischen 1993 und 2019 wurden insgesamt 43,8 Millionen Euro, davon 28,6 Millionen Euro Fördermittel aus verschiedenen Bund-Länder-Programmen in die Aufwertung von Jena-Lobeda investiert. Eine Broschüre des Jenaer Fachdienstes Stadtentwicklung und des Stadtteilbüros dokumentiert eindrucksvoll die Vielfalt der Maßnahmen. Sie ist im Stadtteilbüro erhältlich und kann auf der Internetseite der Stadtverwaltung Jena heruntergeladen werden.

Ausgewählte Maßnahmen im Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" seit 1999

2022-2024 | Brunnenplatz am Jugendzentrum Westside

Mit der Übergabe des „Brunnenplatzes” am Jugendzentrum West anlässlich des Tages der Städtebauförderung 2024 wurde der letzte Bauabschnitt an der Karl-Marx-Allee fertig gestellt. Nach der Fertigstellung der Sportschwimmhalle und des Jugendzentrums ist dies der letzte Teil des öffentlichen Bereiches  zwischen Dienerstraße und Karl-Marx-Allee. Aufgegriffen wurden auch frühere Gestaltungselemente am wieder hergestellten „Kegelbrunnen”, der nach dem Brand des früheren Kulturzentrums abgeschaltet wurde.

Die Kosten wurden aus Städtebaufördermitteln gefördert.

2020-2021 | Neubau Jugendzentrum Treffpunkt

Mit dem Neubau des Jugendzentrums im Zentrum von Lobeda-West schafft die Stadt Jena Voraussetzungen für eine attraktive und offene Jugendarbeit. Das Gebäude mit einer modernen Formensprache bietet neben dem großen multifunktionalen Saal vielfältige Werkstatträume, Küche, Büros und einem Übergang in die bereits gestalteten Freianlagen. Auch der Aspekt der energetischen Nachhaltigkeit wurde beim Neubau des Jugendzentrums berücksichtigt. Neben LED-Leuchten wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Die Temperierung des Gebäudes erfolgt flächenoptimiert für Wärme und Kühlung mittels Sole-Wärmepumpe.

Kosten: 4.100.000 €

2019 | 72 Hour Urban Action - Internationales Architekturfestival

JenaKultur hat nach zweijähriger Vorbereitung mit 72 Hour Urban Action Lobeda das Kuratorenteam Gilly Kajevski und Kerem Halbrecht nach Lobeda-West geholt. Vom 2. bis 5. Mai 2019 entwickeln und erarbeiten 120 Teilnehmer aus 21 Nationen in 72 Stunden kreative Ideen zur Gestaltung ausgewählter Standorte. Zum Festival kamen auch hunderte Besucher nach Lobeda, ein umfangreiches Rahmenprogramm wurde vor allem durch Lobedaer Vereine und Akteure gestaltet.

Kosten: 279.329 €

2018 | Denkmalgerechte Gestaltung des Drackendorfer Parks

Seit 2018 wiurde der historische Drackendorfer Park denkmalgerecht wieder hergestellt. Neben der landschaftsgärtnerischen Gestaltung und Wiederherstellung des Parkes - es entstehen Sichtachsen wieder, Büsche und Bäume wurden neu gepflanzt, nachdem Wildwuchs gefällt wurde - erhielt der Teepavillion einen Anbau, der die Bedingungen für Veranstaltungen des Heimatvereines verbessert. Auch die Drackendorfer Konzerte können nun wieder am angestammten Ort stattfinden.

Kosten (inkl. Planung): 1.530.465 €

2017 | Freiraumgestaltung Stadtrodaer Straße

Parallel zur Stadtrodaer Straße werden Wege neu geordnet, Plätze zum Aufenthalt geschaffen, Bänke und Kunstwerke wie die "Sich balgenden Boxer" neu aufgestellt sowie ein Spielplatz erneuert. Fußgänger und Radfahrer können sich nun gefahrloser begegnen. Beleuchtung sorgt in den Abend- und Morgenstunden für Sicherheit.

Kosten (inkl. Planung): 570.000 €

2016 | Stadtteileingang Lobeda-West

Mit der Erneuerung der Wegebeziehung nach Lobeda-West entlang des Radweges ist ein übersichtlicher Stadtteileingang für Radfahrer und Fußgänger entstanden, der an die bereits vor Jahren umgestaltete Saaleaue anschließt. Die Theobald-Renner-Straße führt als erste Fahrradstraße in Jena Richtung Saale. Der Bitumenbelag ist von einer Betonborte eingefasst, links stehen neu gepflanzte große Ahornbäume. Viel Unterbau war nötig, um die holperige Piste in den jetzigen Zustand zu verwandeln. Beim Bau fanden sich am alten Heizhaus Altlasten, die beseitigt werden mussten – eine kostspielige Angelegenheit. Dazu kam die Verrohrung eines Regenwassersammlers und des Baches, der weiter unten in die Saale mündet. Dort ist ein kleiner Platz mit Bänken und schöner Bepflanzung entstanden.


Kosten (inkl. Planung): ca. 500.000 €

2010 | Freiraumgestaltung Allendeplatz

Die im Mai fertiggestellten Flächen am Allendeplatz schaffen einen neuen Mittelpunkt in Lobedaer Mitte und verknüpft durch Fortsetzung des grünen Bandes vom Rodatal über den Autobahntunnel in Richtung Drackendorf. Der Neptunbrunnen am Marktplatz wird restauriert, viele Bänke sorgen für Sitzgelegenheiten und ein Spielplatz rundet die Freiraumgestaltung ab.


Kosten (inkl. Planung): 800.000 €

2005 | Sanierung & Freiraumgestaltung Ernst-Abbe-Bücherei/Musik-und Kunstschule

Die Außenstelle der Ernst-Abbe-Bibliothek sowie der Musik- und Kunstschule hatte vor der Umgestaltung gravierende Mängel und entsprach kaum noch den Anforderungen. Mit der Sanierung konnten die Räumlichkeiten erweitert werden, ein barrierefreier Zugang entstand und die Freiraum mit Spielplatz wurde neu konzipiert. Die Maßnahme war auch eine wichtiges politische Signal für den Erhalt der beiden Einrichtungen.

Kosten (inkl. Planung): 1.361.610 €

2003 | Schulhofgestaltung Ernst-Haeckel-Gymnasium und 2. Förderzentrum

In Ergänzung der bereits erfolgten und bei den Bewohnern sehr positiv aufgenommenen Schulhofumgestaltung an der 8. Grund- und Regelschule war es dringend notwendig, auch den Schulhof des anschließenden Förderzentrums und Gymnasiums umzugestalten und für das Wohngebiet zu öffnen. Mit dem Bau wurde im Frühjahr 2003 begonnen. Bis Ende des Jahres wurde er abgeschlossen.

Kosten (inkl. Planung): 1.337.250 €

2002 | Fußweggestaltung Karl-Marx-Allee

Mit der Neugestaltung des Geh- und Radweges wurde dem Bedürfnis nach Freizeit und Sport Rechnung getragen. Die mit der EXPO 200 begonnene Umgestaltung des Freiraums in Lobeda-West wurde damit fortgesetzt. Der Weg verbindet die Schulen und Sportstätten miteinander.

Kosten: 691.870 €

2000 | Skatepark Lobeda-West

Neben den üblichen Angeboten im Sport- und Spielbereich wurde von Jugendlichen der Wunsch nach einer Anlage für Skateboardfahrer, Inlineskater und „free-style“- Fahrräder geäußert. Eine umfangreiche Nutzer- und Bewohnerbeteiligung sollte die Akzeptanz der Anlage sichern. Bei der Auswahl der Skateelemente arbeiteten die Kinder und Jugendlichen intensiv mit. Der Bau wurde 2000 realisiert.

Kosten: 282.380 €

1999 | Freiraumgestaltung Saaleaue (1. Bauabschnitt)

Die Umgestaltung der Saaleaue ist Teil des EXPO 2000 Projektes "Von der Plattenbausiedlung zum grünen Universitätsstadtteil". Die Flußlandschaft wird nach mehrjährigen Umbau- und Pflanzarbeiten für die Lobedaer Bewohner erlebbar und entsteht ein attraktiver Freiraum.

Kosten: 2.839.644 € (Bund-Länder-Programm SWN)